Braucht ein Journalist eine eigene Webseite?

Eigene Webseite Journalist
Um bei Freunden und Kollegen aus der Medienbranche auf dem Laufenden zu bleiben, tippe ich manchmal deren Namen bei Google ein. So kann ich die neueste Projekte und Artikel sehen.

Was mir dabei immer wieder auffällt: Viele haben keine eigene Webseite. Einige sind inzwischen bei Xing angemeldet und haben dort ein paar mehr oder weniger aussagekräftige Infos über sich hinterlegt. Um Artikel zu finden, muss ich gerade bei geläufigeren Namen oft länger suchen und mich durch verschiedene Seiten klicken.

Diese Zeit hat ein potenzieller Auftraggeber nicht. Und wenn du von Auftraggebern gefunden werden und im besten Fall einen Auftrag erhalten möchtest, ist es essentiell, dass dich Redakteure, Verlage und Agenturen schnell finden. Außerdem sollten sie auch auf einen Blick sehen, was du anbietest und bisher veröffentlicht hast.

Was dir eine eigene Webseite als Journalist für Vorteile bringt

  • Potenzielle Aufträge: Ich habe immer wieder Anfragen über diese Webseite für kleinere und größere Aufträge bekommen. Vieles davon kam für mich nicht in Frage, einige interessante Sachen waren aber auf jeden Fall dabei. Mit manchen Auftraggebern bin ich einfach in Kontakt geblieben, anderen bin ich früher oder später wieder über den Weg gelaufen. Sowohl digital als auch im „echten“ Leben.
  • Digitale Visitenkarte: Hast du eigene Visitenkarten? Dann ist deine Webseite quasi die digitale Erweiterung davon. Vermerke deine Seite auf jeden Fall auf der Visitenkarte unter deinem Namen und deinen anderen Kontaktdaten.
  • Alle Infos auf einen Blick: Wenn man dich googelt, sollte deine Webseite auf einen Blick alle wichtigen Informationen über dich preisgeben. Was hast du bisher gemacht, was bietest du an? Welche Themen gehören zu deinem Repertoire? Kannst du auch fotografieren und Bilder bearbeiten, vielleicht auch Videoproduktion? Bringe auf einer Seite deiner Homepage auf jeden Fall auch Arbeitsproben unter. Triffst du auf einen potenziellen Auftraggeber, kannst du ihm deine Visitenkarte mit der Adresse deiner Homepage geben und ihn auf dein Portfolio dort verweisen. Denn nicht immer hat man zufällig seine bisher besten Artikel in der Tasche, oder?
  • Bekanntheitsgrad: Auch wenn du eigentlich nicht gerne im Rampenlicht stehst, vermittelt eine eigene Webseite, dass du eine wichtige Person bist, die etwas zu sagen hat. Findet man bei Google nur ein paar vereinzelte Artikel von dir, kann das den Eindruck machen, als würdest du ab und zu etwas veröffentlichen, aber eigentlich etwas ganz anderes machen. Auch wenn dies der Fall sein sollte, muss das ja keiner wissen.
  • Geld verdienen: Neben potenziellen Aufträgen kannst du mit deiner Webseite ein zusätzliches Einkommen generieren. Wie das geht, erkläre ich dir in einem bereits geplanten Artikel!

Welche Alternativen zur eigenen Webseite gibt es?

Du hast im Moment einfach keine Zeit eine eigene Webseite zu erstellen oder weißt nicht, wie du das anstellen sollst? Eine gute Alternative sind da Soziale Netzwerke. Du kannst deine Facebook-Seite zum Beispiel auch mit deinen neuesten Artikel befüttern. Allerdings empfiehlt es sich eher, Privates und Berufliches zu trennen und eine Seite für Unternehmen einzurichten.

Auch das schon erwähnte Netzwerk Xing kann eine Webseite zumindest teilweise ersetzen. Hier kannst du dir quasi einen digitalen Lebenslauf erstellen, also alle nennenswerten Stationen deiner Ausbildung und bisherigen Laufbahn eintragen. Ich kenne wirklich viele Journalisten und Redakteure, die entweder kein eigenes Xing-Profil haben oder dort nur sehr rudimentäre Infos über sich preisgeben. Viele begründen das damit, dass Sie Ihre persönlichen Daten schützen möchten.

Datenschutz vs. Auftragslage

Einerseits ist es richtig, sich über die Verbreitung deiner persönlichen Daten Gedanken zu machen. Andererseits musst du abwägen: Möchtest du eigentlich inkognito bleiben oder mit Aufträgen als freier Journalist oder Redakteur Geld verdienen? Auf Dauer solltest du dich nicht auf deine bisherigen Auftraggeber oder gar deine Festanstellung verlassen. Die Medienwelt ist einem starken Wandel unterworfen und ich bekomme fast täglich bei Freunden und Kollegen mit, dass die nächste Entlassungswelle durch die Etage gerauscht oder ein großer Auftraggeber abgesprungen ist. Wenn du nicht von einem Verlag oder Auftraggeber abhängig bist, kannst du im Fall der Fälle trotzdem weiter deine Miete zahlen. Und ein aussagekräftiges Online-Profil erhöht auf jeden Fall die Chance, dass du und deine Arbeit wahrgenommen werden.

Wie erstellst du eine eigene Webseite?

Es gibt die verschiedensten Anbieter, bei denen du dir eine Webseite erstellen kannst. WordPress und Bloggspot sind wohl die bekanntesten, hier ist die Erstellung je nach Paket kostenlos oder kostet ein paar Euro pro Jahr. Hier gibt es viele verschiedene Themes, also Designpakete, aus denen du auswählen kannst. Wenn du dein Design individueller gestalten und praktische Plugins installieren möchtest, empfiehlt es sich deine Webseite selbst zu hosten. Ich nutze für Webseiten in der Regel WordPress, weil mit die Themes am besten gefallen und hoste selbst bei All-inkl*.

Auf welche Form der digitalen Visitenkarte setzt du? Hast du eine eigene Webseite oder nutzt du ausschließlich Soziale Netzwerke und digitale Portfolios? Ab damit in die Kommentare!

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2 Gedanken zu “Braucht ein Journalist eine eigene Webseite?

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